

Das Waisenhaus Bata ng Calabnugan auf den philippinischen Insel Negros ist ein Ort voller Potenzial, Hoffnung und Zukunft. Hier leben Kinder, die darauf warten, die Welt zu entdecken und ihre Träume zu entfalten. Doch bislang fehlte es an einem Platz, der sie dazu inspiriert und ermutigt.

Ort: Sibulan, Philippinen
Zeitraum:
06.01-28.01.2024
Auf der philippinischen Insel Negros, nahe der Stadt Dumaguete, liegt das Kinderheim Bata ng Calabnugan. Seit über 20 Jahren schaffen Francesco Izzo und Flora Aguit dort einen Ort, an dem Mädchen, die schwierige Lebensumstände erlebt haben, Schutz, Bildung und neue Zukunftsperspektiven finden. Aktuell leben 27 Mädchen im Heim. Viele von ihnen hätten ohne diese Einrichtung kaum Zugang zu einer sicheren Unterkunft oder einer guten Schulbildung.
Die beiden Heimleiter verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Neben Schule und Betreuung spielt die Selbstversorgung eine wichtige Rolle. Auf dem Gelände wachsen Bananen, Kokosnüsse, Mangos, Kakao, Rambutan, Drachenfrüchte und viele weitere Nutzpflanzen. Ziel ist es, den Kindern nicht nur ein Zuhause zu geben, sondern auch Wissen und Fähigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln.
📍 Ort: Dumaguete, Insel Negros, Philippinen
📅 Zeitraum: Januar 2025
🤝 Partner: Kinderheim Bata ng Calabnugan
👥 Team: 16 Freiwillige aus Deutschland
Drei Wochen voller Ideen, Handarbeit und Improvisation
Im Januar 2025 reiste ein Team von Social Landscaping e.V. auf die Philippinen, um gemeinsam mit den Menschen vor Ort verschiedene Projekte umzusetzen. Die Wunschliste des Kinderheims war lang: Eine bessere Wasserversorgung, neue Anbaumöglichkeiten, eine Brücke über den Bach, Unterstützung bei der Kompostwirtschaft und verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Selbstversorgung standen ganz oben auf der Liste.
Gleichzeitig brachte das Team eigene Ideen mit. Besonders wichtig war der Wunsch, für die Kinder einen attraktiven Spiel- und Bewegungsraum zu schaffen, der ihnen dauerhaft Freude bereitet und ihre Entwicklung fördert.
Die ersten Tage waren stark von Materialbeschaffung und Planung geprägt. Stahlprofile, Rohre, Holz, Zement und viele weitere Materialien mussten organisiert werden. Trotz der im Vergleich zu anderen Projektländern guten Verfügbarkeit erforderte nahezu jeder Arbeitsschritt Kreativität und Improvisation. Werkzeuge mussten repariert, Bauteile angepasst und Lösungen häufig mit den vorhandenen Mitteln entwickelt werden.
Ein Spielplatz mitten im tropischen Garten
Das Herzstück des Projekts entstand rund um einen großen, beeindruckenden Ficus-Baum auf dem Gelände des Kinderheims.
Mithilfe moderner Vermessungstechnik wurde zunächst ein digitales Modell erstellt. Anschließend entstand innerhalb weniger Wochen ein zweigeschossiger Spielturm aus Stahl, Holz und Bambus. Kletternetze, eine Kletterwand, Hängeelemente und eine Seilbahn machten den Bereich zu einem Ort voller Abenteuer und Bewegung.
Viele Kinder begleiteten die Arbeiten täglich. Sie beobachteten die Fortschritte, halfen mit und brachten ihre eigenen Ideen ein. Dadurch entstand nicht nur ein Spielplatz, sondern ein gemeinsames Projekt, mit dem sich alle identifizieren konnten.
Nachhaltige Verbesserungen für den Alltag
Neben dem Spielbereich wurden zahlreiche weitere Projekte umgesetzt.
Ein neues Wasserrad mit Filtersystem hilft dabei, verschmutztes Bachwasser aufzubereiten und für den Alltag nutzbar zu machen. Ergänzt wurde die Anlage durch zusätzliche Wassertanks und eine verbesserte Infrastruktur für die Wasserversorgung.
Eine neue Brücke erleichtert nun den Zugang zu Fischteichen und Anbauflächen auf der anderen Seite des Baches. Dabei kamen teilweise gebrauchte Telefonmasten zum Einsatz, die vor Ort auf kreative Weise wiederverwendet wurden.
Darüber hinaus entstanden:
• Ein Gewächshaus mit Hochbeeten und Insektenschutz
• Eine professionelle Pilzkultur zur Lebensmittelproduktion
• Verbesserungen in der Kompostwirtschaft
• Pflege und Erweiterung bestehender Obst- und Nutzpflanzenkulturen
• Neue Tore und Sicherheitsmaßnahmen für die jüngeren Kinder
• Verbesserungen an Sport- und Freizeitangeboten wie Volleyballplatz, Longboards und Balance-Boards
Besonders erfreulich war die Anschaffung eines Häckslers, der künftig dabei hilft, Grünschnitt zu Kompost zu verarbeiten und so die Kreislaufwirtschaft des Projekts weiter zu stärken. Die Finanzierung gelang innerhalb weniger Stunden über eine spontane Spendenaktion.
Mehr als ein Bauprojekt
Wie bei allen Social-Landscaping-Projekten stand nicht allein das Bauen im Mittelpunkt.
Drei Wochen lang lebte das Team gemeinsam mit den Kindern und Mitarbeitenden des Kinderheims. Es wurde zusammen gearbeitet, gegessen, gelacht und gelernt. Aus Fremden wurden Wegbegleiter auf Zeit.
Viele der Freiwilligen berichten später, dass gerade diese Begegnungen die wertvollsten Erfahrungen waren. Das gemeinsame Arbeiten machte sichtbar, wie viel mit Kreativität, Engagement und Zusammenarbeit erreicht werden kann, selbst wenn die materiellen Möglichkeiten begrenzt sind.
Gleichzeitig entstand ein tiefer Einblick in das Leben vor Ort. Die Freiwilligen lernten neue Perspektiven kennen, entwickelten Wertschätzung für vorhandene Ressourcen und erlebten, wie viel Lebensfreude trotz einfacher Bedingungen entstehen kann.
Die Einweihung
Der bewegendste Moment kam am Ende des Projekts.
Bei der Einweihung wurde sichtbar, wofür in den Wochen zuvor gearbeitet worden war. Die Kinder eroberten sofort die neuen Spielbereiche, kletterten über Netze und Plattformen, sausten mit der Seilbahn über das Gelände und probierten die neuen Freizeitangebote aus.
Es wurde gefeiert, gelacht und auch ein wenig geweint. Nach drei intensiven Wochen fiel der Abschied vielen schwer. Gleichzeitig war spürbar, dass etwas Bleibendes entstanden war.
Ein Ort zum Spielen.
Ein Ort zum Lernen.
Ein Ort, der Selbstversorgung, Gemeinschaft und Entwicklung fördert.
Was bleibt
Heute profitieren die Mädchen des Kinderheims täglich von den entstandenen Strukturen. Die Verbesserungen unterstützen die Versorgung der Einrichtung, schaffen neue Lernmöglichkeiten und bieten den Kindern wertvolle Räume für Spiel und Bewegung.
Für Social Landscaping war das Projekt auf den Philippinen ein weiteres Beispiel dafür, wie aus gemeinsamer Arbeit nachhaltige Entwicklung entstehen kann. Nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern auch für alle, die mithelfen.
Denn am Ende verändern solche Projekte immer beide Seiten.












